Small moves, big sum.

Erinnerst du dich, als du zum ersten Mal auf einem Trampolin gesprungen bist? Weißt du noch, wie du als Kind versucht hast, auf einer niedrigen Mauer zu balancieren? Oder bist du schon mal mit einem Fallschirm gesprungen?
Bestimmt hast du dabei erlebt, dass jedem Anfang ein Zauber innewohnt – wie Hermann Hesse es in einem bekannten Gedicht formulierte. Nenn es Zauber, nenn es Freude oder Aufregung: Etwas Neues auszuprobieren, kann eine großartige Erfahrung sein und ein Ansporn, um (wieder) in Bewegung zu kommen, vor allem, wenn man spielerisch und ohne Leistungsdruck an die Sache rangeht. Und dabei ist ganz egal, ob du eine Bewegungs- oder Sportart zum ersten Mal ausprobierst, neuerdings Hampelmänner in dein Trainingsprogramm einbaust oder einfach mal eine andere Laufstrecke als üblich wählst.
Experimentieren macht Spaß
Für die Freude am Experimentieren sorgt der Botenstoff Dopamin, der mit Motivation, Erwartung und Lernen verknüpft ist. Der Neurotransmitter wird nicht nur zur Belohnung ausgeschüttet, nachdem wir etwas gelernt oder geschafft haben, sondern schon durch die Erwartung des Neuen. Vorfreude auf eine neue Aktivität wirkt also ebenso auf die Motivation wie das Ereignis selbst. Wenn die Realität dann auch noch besser oder überraschender als erwartet ausfällt, wird das Dopaminsignal noch stärker.
Das Prinzip Abwechslung kann man sich auch innerhalb einer Sportart zunutze machen, wie eine im Journal of Teaching in Physical Education veröffentlichte Studie zeigt. Dafür absolvierten Schüler:innen sechs Wochen lang ein hochintensives Intervalltraining (HIIT). Ein Teil der Gruppe trainierte mit geringer, ein anderer mit hoher Abwechslung. Ein dritter Teil konnte wählen, und eine Kontrollgruppe führte ein Standard-Aufwärmprogramm durch.
Abwechslung steigert Motivation
Ein wichtiges Ergebnis: Die Gruppen mit hoher Abwechslung und mit Wahlmöglichkeit berichteten von einem höheren Freude-Erleben als die Gruppe mit geringer Abwechslung. Und über den Zeitverlauf der Studie hinweg verbesserte sich die intrinsische Motivation in beiden Abwechslungsgruppen stärker als in der Kontrollgruppe. Varianten bringen offenbar mehr Freude in die Bewegung.
„Naja, vielleicht sollte ich doch mal was Neues ausprobieren“ meint da selbst unser innerer Schweinehund. „Aber es darf weder zu anstrengend noch zu exotisch sein!“ Also gut, wir werden dich nicht gleich auf eine Kletterwand mit Schwierigkeitsgrad 7b hinaufjagen, lieber Walter. Und die Tangoschnupperstunde bekommst du vielleicht auch erst nächstes Jahr geschenkt.
Der Entdeckungslust frönen
Aber wie wär’s mit einer kleinen Runde am Eislaufplatz? Oder darf es am Anfang mal ein Winterspaziergang in einem Waldstück sein, das du noch nicht kennst? Das bietet sich jetzt im Januar ganz besonders an.
Übrigens: Neujahrsvorsätze, die man eisern durchhalten muss, sind Schnee von gestern. Heute frönen wir einfach unserer Entdeckungslust und nutzen die frische Energie des Neuanfangs, um eine neue Sport- oder Bewegungsart auszuprobieren – oder einfach mal wieder auf einer niedrigen Mauer herumzutänzeln.
Autorin: Alexandra Rotter
Bilder: SME | Privat
Alexandra Rotter arbeitet als freie Journalistin in Österreich und Sri Lanka. Was sie aktuell bewegt: eine kleine, feine Online-Yogagruppe, wo verschiedene Yoga-Formen im Wechsel praktiziert werden.
Zur Autorin, Alexandra Rotter
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