Small moves, big sum.

„Zwischen den Einheiten“ ist Platz für alles, was rund um Bewegung passiert: Gedanken, Umwege, Zweifel, Aha-Momente. Solange move:sum noch klein ist und die Community gerade erst wächst, fang ich damit einfach selbst an.
Ich bin Philipp. Gründer von move:sum. Millennial. Ziemlich genau in der Mitte der Generation. Nicht ganz alt, nicht ganz jung. Mein großer Bruder zählt übrigens gerade noch so dazu. Geriatrischer Millennial, quasi. Grüße gehen raus.
Sportlich war ich nie so richtig. Ich war eher der Beweis dafür, dass Sport kein angeborenes Talent ist. Ich bin in der Nähe einer Kleinstadt aufgewachsen, behütet, alles gut. Aber Sport war nie mein Ding. Viele meiner Freunde waren extrem sportlich, manche richtig talentiert. Ich war meistens der, der halt mitgemacht hat. Oder zugeschaut. Oder seien wir ehrlich, fast immer zugeschaut.
Relativ früh hat sich bei mir eine simple Gleichung eingeschlichen: Sport = Körper. Sport macht man, damit man gut ausschaut. Punkt.
Ich hab’s immer wieder probiert. Unterschiedliche Sportarten, mehrere Fitnessstudio-Mitgliedschaften, jedes Mal mit dem Gedanken: Diesmal finde ich’s. Spoiler: hab ich nicht.
Eine dieser Mitgliedschaften war in einem sehr günstigen Fitnessstudio. Rückblickend war das weniger ein Ort für Bewegung als eine Art Sozialstudie. Ich war regelmäßig dort, aber mein größter Trainingsreiz war ehrlich gesagt das Beobachten der anderen. Wer wie trainiert, wie ernst alle schauen, welche Rituale es gibt. Ich war anwesend, aber innerlich eher Zuschauer als Teilnehmer. Sport war Kulisse, nicht Erlebnis.
Dann kam Instagram. Perfekte Körper. Perfekte Routinen. Perfekte Tagesabläufe. Und ja, vieles davon ist beeindruckend. Wirklich. Aber es war immer mehr Wow als das könnte ich auch. Mehr Bewunderung als Einladung. Ich hab mich darin nie wirklich wiedergefunden. Aus Distanz und auch ein bisschen aus Neid.
Später bin ich beruflich in der Sportbranche gelandet. Eher reingerutscht als geplant. Und plötzlich ging’s um Leistung, Trainingspläne, Zahlen, Fachwissen. Mich hat das interessiert, logisch. Aber emotional hat es mich dem Sport nicht nähergebracht. Im Gegenteil: Bewegung wurde wieder etwas Ernstes. Etwas, das man richtig machen muss. Etwas, das man optimieren kann. Und irgendwann auch sollte.
Es gab auch Phasen, in denen ich sehr regelmäßig trainiert habe. Ein anderes Studio, teurer, ambitionierter. Ich bin damals um sieben Uhr morgens vor der Arbeit gegangen, gemeinsam mit einer Freundin. Wir haben uns gegenseitig gepusht, aufgezogen, angefeuert. Teilweise so sehr, dass ich nach dem Training in der Dusche im Kreis gehen musste, damit mir nicht schlecht wird. Ich bin weit gekommen. Diszipliniert. Konsequent.
Aber der Spaß lag nicht im Sport. Er lag im gemeinsamen Leiden, im Lachen danach, im Miteinander. Die Bewegung selbst war Mittel zum Zweck. Als diese Konstellation weg war, war auch der Sport ziemlich schnell wieder weg.
Rückblickend fehlt all diesen Phasen eine gemeinsame Sache: der Spaß an der Bewegung selbst. Nicht Motivation. Nicht Disziplin. Nicht der Wille. Sondern dieses leichte, fast kindliche Gefühl, dass Bewegung etwas sein darf, das man um seiner selbst willen macht.
Vielleicht muss man Sport gar nicht ständig besser machen. Vielleicht darf er einfach öfter gut tun. Und vielleicht reicht das manchmal schon völlig.
Autor: Philipp Sturm
Bilder: Katrin Bernreiter | Studiohyeah
Philipp Sturm ist Gründer von move:sum und kommt aus der Sportbranche. Lange war Sport für ihn vor allem Pflicht. Heute sieht er Bewegung als echten Gamechanger für den Kopf – mit Spaß, ohne Verbissenheit und gerne auch in kleinen Dosen.
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