„Horror-Comedy im Fitnessstudio“ Community-Gespräch mit Janin

Bei move:sum reden wir nicht nur über Sport. Wir reden auch mit den Menschen, die ihn machen. Mit all den kleinen Geschichten, Umwegen, Verletzungen, Neuanfängen und Momenten, die man normalerweise nicht auf Instagram sieht.

Für den Auftakt unserer neuen Gesprächsreihe plaudern wir mit Janin aus der move:sum-Community. Sie hat einmal Sport studiert, macht gerade eine Fitnesstrainer-Ausbildung und versucht trotz lädierter Knie neugierig zu bleiben. Im Gespräch erzählt sie von Bouldern nach fünf Jahren Pause, von Fitnessstudio-Horror-Comedy und davon, warum sie trotzdem immer wieder neue Sportarten ausprobiert.

move:sum: Hallo Janin! Danke dir für deine Zeit. Stell dich doch kurz vor. Wer bist du, wie alt bist du und was machst du beruflich?

Janin: Hi, meinen Namen hast du ja jetzt schon verraten. Ich heiße immer noch Janin, bin 36 – im Kopf manchmal sieben oder zwölf, körperlich manchmal hundert. Man weiß nie.

Beruflich mache ich gerade ziemlich viele unterschiedliche Dinge. Ich war zehn Jahre in der Baubranche, habe danach einiges ausprobiert, unter anderem im Event-, Sport- und Medienbereich. Und seit ein paar Wochen mache ich eine Ausbildung zur Fitnesstrainerin.

move:sum: Gibt es etwas Besonderes über dich zu erzählen? Eine Macke, ein Hobby oder etwas, das andere überraschen würde?

Janin: Ich muss immer etwas zu essen dabeihaben, sonst werde ich ziemlich schnell hangry.

Und ich vergleiche ständig Preise. Wirklich ständig. Damit gehe ich manchen Leuten ziemlich auf die Nerven. Aber wenn du eine Reise planst, kannst du mich jederzeit fragen.

move:sum: Wenn wir dich vor zehn Jahren beim Sport getroffen hätten – wen hätten wir da gesehen?

Janin: Vor etwa zehn Jahren habe ich tatsächlich Sport studiert. Ich habe damals in Wien gewohnt und in Salzburg studiert, das heißt ich bin extrem viel im Zug gesessen.

Sportlich habe ich damals ziemlich viel ausprobiert, auch für die Aufnahmeprüfung. Turnen, verschiedene Kurse, alles Mögliche. Ich habe mich da teilweise ziemlich gequält, aber es hat auch Spaß gemacht.

Ich bin relativ groß und habe lange Hebel und das hilft nicht unbedingt bei allem. Spoiler alert – das Studium habe ich nicht fertig gemacht. Aber irgendwie hat sich der Kreis jetzt wieder geschlossen, weil ich gerade die Fitnesstrainer-Ausbildung mache.

move:sum: Welche Version von dir macht im Moment Sport? Die ehrgeizige, die neugierige, die gestresste oder eine ganz andere?

Janin: Ich glaube, da kommen mehrere Dinge zusammen.

Ein Teil von mir macht Sport als Ausgleich, ich bin danach immer entspannter. Gleichzeitig habe ich ein paar kleinere Verletzungen und versuche daher auch gesundheitlich und prophylaktisch etwas zu tun.

Und dann ist da auch die neugierige Version von mir. Ich war zum Beispiel vor Kurzem nach fünf Jahren wieder bouldern.

move:sum: Wie gehst du damit um, wenn Verletzungen dich einschränken?

Janin: Das ist ehrlich gesagt tagesabhängig.

Manchmal nervt es mich extrem und ich bin demotiviert, weil ich bestimmte Dinge einfach nicht machen kann. Und an anderen Tagen lässt es mich ziemlich kalt und ich konzentriere mich einfach auf das, was gerade geht.

move:sum: Welche Sportarten machst du im Moment am häufigsten und welche machen dir gerade am meisten Spaß? Sind das dieselben? 

Janin: Am häufigsten mache ich aktuell meine Physio-Übungen.

Die machen nicht immer Spaß, aber sie sind okay, weil ich von meiner Physiotherapeutin eine ganze Bandbreite bekommen habe und jeden Tag ein bisschen variieren kann. Manche Gleichgewichts- und Flexibilitätsübungen finde ich sogar ganz lustig.

Freitagvormittag ist mein „Me-Time“-Slot. Den verbringe ich fast immer im Fitnessstudio. Ich bin dann etwa eineinhalb bis zwei Stunden dort und mache auch einen Gruppenkurs mit Langhantel-Training. Das macht mir extrem viel Spaß.

Danach gehe ich meistens noch eine Stunde in die Sauna.

move:sum: Wann hast du dich zuletzt wie eine Anfängerin gefühlt?

Janin: Vor drei Wochen, als ich mit der Fitnesstrainer-Ausbildung angefangen habe.

Da musste ich plötzlich selbst Trainerin spielen und verschiedene Situationen durchspielen, die ich so noch nie gemacht hatte. Im ersten Moment war das eine ziemliche Überwindung und hat sich komisch angefühlt.

Aber nach ein paar Versuchen hat es überraschend gut funktioniert. Also vielleicht darfst du irgendwann mal als Testperson herhalten.

move:sum: Jederzeit! Gibt es einen Sportmoment von dir, den man wahrscheinlich nicht auf Instagram posten würde?

Janin: Da fällt mir tatsächlich eine Szene aus dem Gruppentraining ein. Wir waren ziemlich viele Leute, standen in mehreren Reihen und haben Übungen mit Gewichten gemacht. Und dann hat die Person hinter mir beschlossen, ihr Gewicht loszulassen und es hat genau meine Wade getroffen.

Das war nicht besonders lustig. Vielleicht eher ein Instagram-Post unter der Kategorie „How not to“.

move:sum: Gibt es etwas in deinem Training, das objektiv eigentlich unnötig ist, für dich aber trotzdem dazugehört?

Janin: Ich tracke ziemlich alles. Wirklich alles. Wahrscheinlich ist das teilweise unnötig, aber ich mache es trotzdem.

move:sum: Gutes Stichwort. Wann hast du dich zuletzt einfach nur bewegt, ganz ohne Plan, ohne Ziel?

Janin: Anfang des Jahres im Urlaub.

Ich bin einfach laufen gegangen, ohne mir eine Distanz oder ein Ziel vorzunehmen. Und am Ende sind es sogar fünf Kilometer geworden! Mit meinem kaputten Knie und zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren.

Das war ein richtig gutes Gefühl.

move:sum: Welche Sportart würdest du sofort ausprobieren, wenn dich nichts daran hindern würde?

Janin: Pole Dance.

Das ist schon lange in meinem Hinterkopf. Aber ich habe immer das Gefühl, dass meine Knie oder meine Beweglichkeit dagegen sprechen.

Und irgendwann möchte ich unbedingt einen Triathlon machen. Schwimmen, Radfahren und Laufen mache ich sowieso, aber die Kombination reizt mich. Das steht jetzt auf meiner Bucketlist. Früher war es „vor 30“, jetzt ist es halt „vor 40“.

move:sum: Wenn dein aktuelles Sportleben ein Filmgenre wäre, welches wäre es?

Janin: Horror-Comedy.

Also so ein bisschen wie „Scary Movie“. Vor allem, wenn jemand im Fitnessstudio mit Hanteln durch die Gegend wirft.

move:sum: Dann bleibt uns nur noch zu sagen: Danke für das Gespräch und wir hoffen, dass dir im Fitnessstudio künftig höchstens noch Comedy begegnet, aber keine fliegenden Hanteln mehr.

Janin: Das wäre ideal. Danke euch!

Quick Round mit Janin

Autor: Philipp Sturm
Bilder: SME

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