Gravelrunning: alles außer stur geradeaus

Mal nicht auf die Pace schauen. Nicht auf die Distanz. Einfach loslaufen und schauen, wo man rauskommt. Gravelrunning passiert dort, wo Laufen wieder ein bisschen freier wird.

Gravelrunning ist eigentlich nichts Neues. Menschen laufen schon immer über unterschiedliche Untergründe. Neu ist eher, dass wir dem Ganzen einen Namen gegeben haben und plötzlich merken, wie gut sich genau diese Mischung anfühlt.

Der Begriff kommt ursprünglich aus dem Radsport, wo „Gravel“ für Schotterstrecken steht und sich rund um 2010 als eigene Disziplin etabliert hat. Von dort ist die Idee langsam ins Laufen rübergeschwappt. Und dort ist sie gut aufgehoben. Sie wohnt jetzt hier.

Weil sie genau das trifft, was viele gerade suchen. Weniger Plan, mehr Gefühl. Einfach loslaufen, ohne ständig im Kopf mitzuschreiben, wie schnell, wie weit oder wie effizient das jetzt gerade war.

Warum sich Gravelrunning so gut anfühlt

Der Reiz liegt in der Abwechslung. Asphalt, Schotter, Waldweg. Jeder Untergrund fühlt sich anders an und genau das hält das Laufen spannend. Der Körper muss ständig mitarbeiten. Kleine Unebenheiten, wechselnder Grip, andere Belastungen. Das fordert die Stabilität in Fuß- und Beinmuskulatur und bringt mehr Dynamik in die Bewegung.

Und ganz nebenbei passiert noch etwas anderes. Wenn die Strecke nicht komplett durchgetaktet ist und die Umgebung ständig wechselt, läuft man oft entspannter und es fühlt sich oft leichter an, als es eigentlich ist.

Was du dafür brauchst

Gleich zu Beginn: nicht viel. Gravelrunning funktioniert fast überall. Ein Park, ein Feldweg, ein Stück Straße dazwischen. Mehr braucht es eigentlich nicht.

Was hilft, ist ein bisschen Aufmerksamkeit. Der Untergrund wechselt, also arbeitet der Körper mehr. Fußgelenke stabilisieren, Muskeln reagieren schneller, die Haltung bleibt aktiver.

Das klingt nach Aufwand, passiert aber ziemlich automatisch, wenn man sich darauf einlässt. Ratsam ist trotzdem, langsam zu starten, um die Muskulatur daran zu gewöhnen. Wir wollen nicht irgendwo blöd umknicken. Eventuell hast du auch die Möglichkeit, auf einen Schuh mit guter Stabilität und Stand für den Fuß zu wechseln. 

Der einfachste Einstieg ist Gelassenheit. Nicht alles durchplanen. Einfach mal anders abbiegen als sonst. Gravelrunning ist dann einfach etwas weniger Kontrolle und ganz viel Entdecken. Kontrolle, Planen, alles durchtakten – das können wir gern im Alltag lassen. Tut gut.

Autor: Redaktion
Bilder: © Pexels | Vitaliy Bratkov

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