Ja gut. Dann halt doch ein Artikel über Padel.

Wir wissen, wir sind spät dran. Gefühlt spielt mittlerweile jede:r Padel-Tennis. Wirklich überrascht hat uns eigentlich nur, dass wir es selbst noch nie ausprobiert haben. Dabei wollten wir ursprünglich gar kein Padel spielen.

Janin und ich wollten einfach irgendetwas Neues mit Ball ausprobieren. Tennis stand im Raum, Squash auch, am Ende fanden wir aber Pickleball irgendwie am spannendsten. Problem ist nur, dass ich ungefähr so gut im Planen bin, wie wir beide im Padel. Vor Ort stellte sich nämlich heraus, dass es dort kein Pickleball gibt. Gut, dann halt Padel.

Die Regeln waren eher ein grober Vorschlag

Die Vorbereitung bestand aus einem ungefähr zweiminütigen YouTube-Video über die Regeln. Also wie man Punkte macht, wann der Ball wo aufspringen darf und was ungefähr legal ist. Während des Spiels haben wir dann trotzdem unsere eigenen Regeln erfunden, weil wir uns nach fünf Minuten schon nicht mehr ganz sicher waren, wie das eigentlich alles funktioniert. Hat erstaunlich wenig ausgemacht.

Das ist nämlich wahrscheinlich die größte Stärke von Padel: Es macht absurd schnell Spaß. Nach wenigen Minuten haben wir schon Bälle hin und her gespielt, herumgesprintet, die Glaswände genutzt und uns gefühlt, als hätten wir zumindest ansatzweise Ahnung davon, was wir tun. Objektiv betrachtet hatten wir die nicht.

Wir beide haben null Padel-Erfahrung. Das Einzige, was wir vorweisen konnten, ist, dass wir irgendwann vor ungefähr 20 Jahren mal ein bisschen Tennis gespielt haben. Also alles auf blutigem Anfänger-Level.

Besonders schlau war unsere Platzwahl übrigens nicht. Wir spielten zu zweit auf einem normalen Vierer-Court, weil der Single-Court draußen gewesen wäre und es an dem Tag ordentlich geschüttet hat. Bedeutet sehr viel Laufarbeit.

Janin meinte irgendwann auch, sie hätte die Größe des Feldes komplett überschätzt. Beim Schlag dachte sie ständig, der Court wäre größer, als er tatsächlich ist. Gleichzeitig war genau das irgendwie lustig. Durch die Mischung aus Tennis und Squash gibt es wahnsinnig viele Möglichkeiten, den Ball zu spielen. Dass man die Glaswand hinter sich nutzen darf, macht das Ganze nochmal schneller und dynamischer. Wenn der Ball irgendwo komisch zurückspringt, geht’s oft einfach weiter statt wieder von vorne los.

Wobei „weitergehen“ relativ ist, wenn man den Ball regelmäßig auf die Nachbarcourts schießt. Wir haben uns links und rechts vermutlich nicht nur Freunde gemacht. Trotz hoher Begrenzung landeten erstaunlich viele Bälle im Feld unserer Nachbaren. Immerhin haben wir uns brav entschuldigt.

Kleine Learnings aus einer Stunde Padel

Was wir beide sofort gemerkt haben, ist, dass das Ganze deutlich anstrengender ist als gedacht. Irgendwie hatten wir die Vorstellung, dass das erste Mal aus viel Ausprobieren und wenig tatsächlichem Spielen besteht. Es war aber gleich viel Sprinten, abruptes Stoppen, schnelle Richtungswechsel und teilweise sehr kreative Verrenkungen. Vor allem Beine, Rücken und der Allerwerteste melden sich relativ schnell. Aufwärmen würden wir deshalb wärmstens empfehlen.

Auch bei den Schuhen haben wir direkt Unterschiede gemerkt. Janin spielte mit Laufschuhen, ich mit normalen Trainingsschuhen. Obwohl ihre Laufschuhe keine extrem hohe Sprengung hatten, waren sie für die schnellen Bewegungen fast schon zu weich. Mit den stabileren Trainingsschuhen fühlte sich das Ganze deutlich kontrollierter an. Spezielle Padel- oder Tennisschuhe hatten wir natürlich beide nicht.

Klamottentechnisch gilt, Hauptsache bequem. Und vielleicht eine Hose wählen, in die man Bälle einstecken kann.

Und obwohl wir praktisch ohne Vorwissen gestartet sind, hatten wir sofort Spaß daran. Macht den Padel-Hype nachvollziehbar. Es gibt keine riesige Einstiegshürde, keine lange Technikschulung und gefühlt keine drei Monate Frustphase, bis man erste Erfolgserlebnisse hat.

Wobei ich mir fürs nächste Mal trotzdem ein bisschen genauer anschauen werde, wie man den Schläger eigentlich richtig hält. Sowohl bei der Vor- als auch bei der Rückhand war bei mir sehr viel Improvisation dabei.

Noch ein Pluspunkt: Man kann Padel sowohl indoor als auch outdoor spielen. Das macht die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass man das Ganze nicht schon wieder mit dem ersten Herbstregen aufgibt.

Kostenpunkt für unseren ersten Versuch waren übrigens ungefähr 20 Euro pro Person inklusive Schläger und Bälle ausleihen. Nicht komplett billig für eine spontane Idee, aber ehrlich gesagt war die Stunde Herumlaufen, Schwitzen und Ball-ins-Nachbarfeld-Schießen gut investiert.

Wir werden das ziemlich sicher nochmal machen. Dann vielleicht sogar mit den echten Regeln.

Aja. Janin hat gewonnen. Leider verdient.

Autor: Philipp Sturm
Bilder: © SME

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