Fünf Menschen. Fünf Sommer. Und erstaunlich viele Erinnerungen.

Wenn wir an Sport in den Sommerferien denken, denken wir selten an Bestzeiten oder Medaillen, sondern eher an Campingplätze, Freibäder oder die Siedlung, in der plötzlich alle draußen waren.

Deshalb haben wir fünf Menschen gefragt: An welche Sportart oder welches Spiel musst du sofort denken, wenn du an deine Sommerferien als Kind denkst?

Hier sind ihre Antworten:

Michael, 38: Federball zwischen Fuschlsee und Fanta-Sonnenschirm

Sommerferien bedeuteten für mich Fuschlsee. Meine Eltern schleppten gefühlt den halben Hausstand an den Badesee: eine blaue Kühlbox mit Jause für eine Fußballmannschaft, Klappliegen und natürlich Federballschläger.

Zwischen Schwimmen und Eis essen wurde Federball gespielt. Fast den ganzen Tag. Daneben schauten wir den Großen beim Beachvolleyball zu. Meine Mama bestand auf Sonnencreme Faktor 50 und T-Shirt. Damals fand ich das ziemlich nervig, heute bin ich ihr dafür dankbar.

Und wenn wir nicht am See waren, wurde in der Siedlung Räuber und Gendarm gespielt. Ein Nachbar versuchte uns regelmäßig mit dem Gartenschlauch zu vertreiben. Blöd nur, dass uns eine Abkühlung im Hochsommer ziemlich recht war.

Wann hast du das zuletzt gemacht?

Federball? Wahrscheinlich vor zwanzig Jahren. Die Schläger sind zwar mit mir ausgezogen, liegen aber seitdem im Keller. Schade eigentlich.

Utku, 38: Der Badeanzug mit den Katzen

Wenn ich an Sommerferien denke, lande ich sofort im Schwimmbad. Beim Ferienspiel wurde nach Ringen getaucht, im Wasser Fangen gespielt oder eine Art Flagfootball, bei dem man sich gegenseitig ein Tuch stehlen musste.

Fast genauso gut erinnere ich mich an meinen Badeanzug mit ganz vielen Katzen darauf. Der war so bunt, dass ich es damit sogar einmal in der Zeitung geschafft habe.

Wann hast du das zuletzt gemacht?

Vor ungefähr dreißig Jahren. Schwimmen gehe ich heute zwar noch, gespielt habe ich im Wasser seitdem nie wieder. Aber wenn ich jetzt so an das Flagfootball denke, das sollten wir eigentlich mal wieder ausprobieren. Das war super lustig!

Alexandra, 43: Die Cousins-Gang

Räuber und Gendarm mit den Cousins. Baumhäuser bauen. Wasserbombenschlachten. Im Wald auf umgekippten Baumstämmen Motorrad spielen. Und natürlich schwimmen.

An einen Moment erinnere ich bis heute ganz genau: den Tag, an dem ich schwimmen gelernt habe. Das war ein großes Ding für mich.

Außerdem gehört auch Minigolf für mich einfach zu jedem Sommer.

Wann hast du das zuletzt gemacht?

Minigolf erst vor ein paar Monaten. Schwimmen regelmäßig. Räuber und Gendarm dagegen nie wieder.

Warum eigentlich?

Weil die Cousins-Gang nicht mehr zusammenkommt. Das war eigentlich so die Truppe mit denen ich das verbinde.

Kristina, 38: Ich war eine Niete. Begeistert hat es mich trotzdem.

Ich verbinde Sommerferien sofort mit Tennis. Nicht, weil ich besonders gut darin war. Im Gegenteil, ich war eine ziemliche Niete.

Aber ich habe gemeinsam mit meiner besten Freundin stundenlang am Tennisplatz verbracht, den anderen beim Spielen zugeschaut und danach haben wir immer beim Abziehen des Platzes geholfen. Das war damals großes Kino.

Wann hast du zuletzt Tennis gespielt?

Mit ungefähr zehn Jahren. Dafür habe ich letztes Jahr Padel für mich entdeckt.

Und würdest du heute wieder Tennis spielen?

Eher nicht. Inzwischen gibt es andere Sportarten, die mir mehr Spaß machen. Und auch meinen Kindern habe ich die Begeisterung nicht vererbt. Also gibt’s auf der Front auch kein Muss dafür.

Thomas, 45: Da war einfach immer jemand dabei.

Für mich waren Sommerferien vor allem Räuber und Gendarm, Verstecken und Häusel umrennen. Da haben einfach immer die meisten Kinder aus der Siedlung mitgemacht. Egal welches Alter.

Wann hast du das zuletzt gespielt?

Das ist verjährt. Mindestens dreißig Jahre ist das her. Obwohl, das ist nicht richtig. Mit meinen eigenen Jungs habe ich dann wieder Fangen und Verstecken gespielt.

Und heute?

Nur wenn ich muss. Also wenn irgendwelche Kinderaugen leuchten müssen, opfere ich mich.

Was uns aufgefallen ist

Eigentlich wollten wir über Sport sprechen und bekommen haben wir Geschichten über Sommer.

Über Fuschlsee und Freibäder. Über Cousins, beste Freundinnen und ganze Siedlungen voller Kinder. Über Badeanzüge mit Katzen, blaue Kühlboxen und Gartenschläuche.

Und noch etwas: Fast niemand hat erzählt, wie gut er oder sie damals war. Offenbar bleiben nicht die Ergebnisse in Erinnerung, sondern die Menschen, mit denen man gespielt hat.

Vielleicht ist genau das der schönste Sport-Moment des Sommers. Falls heute jemand „Kommst raus?“ ruft, wir wären dabei. 

Autor: Philipp Sturm
Bilder: © Pexels | Jean-Paul Wettstein

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