Small moves, big sum.

Von manch neuen Sporttrends haben wir noch nie gehört. Umso besser, neue Begriffe wecken die Neugier. Heute machen wir einen spielerisch-inspirativen Streifzug durch Fitnesstrends und gehen der Frage nach, wer das alles erfindet und warum.
Warst du im Februar auch so sportlich interessiert? Die Olympischen Winterspiele haben uns viele Sporterlebnisse bequem nach Hause gebracht. Da war auch eine neue Sportart: Skimo, Ski-Mountaineering. Wie der Name Skibergsteigen sagt, rennen zuerst alle bergauf, teils auf Skiern, teils zu Fuß; dann rasen sie bergab zum Ziel.
Neue Fitnesstrends poppen regelmäßig auf, viele als Variation bestehender Sportarten. Etliche verschwinden wieder. Wenn sie wie Skimo eine olympische Disziplin werden, sind sie etabliert.
Jedes Jahrzehnt hat Bewegung neu inszeniert
In den 1980er Jahren begannen viele zu joggen. Indoor-Fans powerten sich mit Aerobic aus, dazu Stirnband, neonfarbene Leggings und Legwarmer; die Ikone war Jane Fonda.
Dass Stiegen steigen gut fürs Herz ist, war lange bekannt. In den 1990ern hypte es als Step-Training. Lustig zu beobachten war, wenn Trainierende im Fitness Center mit dem Lift nach oben fuhren, um sich dann am Stepper abzuarbeiten.
Mit Mambo, Flamenco & co wandelte sich Aerobic um die Jahrtausendwende zu Zumba. Gehen war langweilig, aber mit Stöcken und als Nordic Walking wollten plötzlich alle gehen. Damals konnte man auch Menschen sehen, die auf Brettern im Wasser standen, Stand-Up-Paddling (SUP) wurde zum Trend.
Ab 2010 lieferte CrossFit ein Trainingsprogramm für Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Balance. Ebenso trendete HIIT, das hochintensive Intervalltraining. 2017 wurde in Deutschland Hyrox erfunden, mit acht Workout-Stationen, dazwischen jeweils ein 1000-Meter-Lauf.
Freude am Erproben und Abgrenzen
Das ist nur eine kleine Auswahl. Wieso entstehen so viele neue Sporttrends? Aus der Mode und aus der Technik kennen wir Trends, erklärt Jürgen Mittag, Professor an der Deutschen Sporthochschule Köln in einem Interview mit dem Deutschen Olympischen Sportbund: „Aber dass der Sport ein so wichtiges Feld für Trends ist, unterstreicht die Bedeutung, die er mittlerweile für die Gesellschaft hat“.
Und wer erfindet die? „In der Altersstufe 16 bis 25 ist die größte Bereitschaft vorhanden, sich zu erproben, abzugrenzen und ein gewisses Risiko einzugehen. Diese Dinge begünstigen das Entstehen von Trends“, sagt der Sportprofessor. Heute trage Social Media zur schnellen Verbreitung bei, aber auch Jane Fonda habe mit Videos die Massen bewegt.
So bieten uns Trends ein wunderbares abwechslungsreiches Spielfeld und machen Lust, was Neues zu probieren. Einem schon etwas älteren Trendsport wünscht Jürgen Mittag nochmal ein Wachstum und wir finden, da ist ein guter Twist dabei: Plogging, entstanden 2016 in Schweden. Dabei bücken sich die Läufer:innen regelmäßig, um Unrat am Weg aufzuklauben. Hilft Körper und Umwelt.
Autorin: Michaela Ortis
Bild: Oliver Sjöström from Pixabay
Michaela Ortis schreibt als freie Journalistin über Wissenschaft, Digitalisierung und Gesellschaft. Unterwegs ist sie mit ihrem Holland-Rad, denn Bewegung macht den Kopf frei.
Zur Autorin, Michaela Ortis
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