Silent Jumping, lautes Schnaufen

Trampolinspringen ist ein Kinderspiel? Fehlanzeige. Jumping Fitness kostete mich literweise Schweiß. Aber mein inneres Kind hatte trotzdem einen Riesenspaß.

Ich erinnere mich an viele unbeschwerte Nachmittage, die ich mit meiner damals besten Freundin auf ihrem Trampolin im Garten verbrachte. Nichts liebte ich mehr, als mich beim Springen so schwerelos zu fühlen, federleicht. Zum Herumhüpfen kam ich seit meiner Kindheit schon länger nicht. Daher musste ich unbedingt Jumping Fitness ausprobieren, genauer gesagt Silent Jumping im GK-Studio Wien. 

Bei dieser Sportart absolviert man unterschiedliche Übungen auf einem kleinen, sechseckigen Trampolin. Aerobic-Schritte werden dabei mit Cardio- und Kraftübungen kombiniert. Für besseren Halt ist vorne eine Haltestange mit einem Griff montiert. Im GK-Studio hört man während des dynamischen Trainings zusätzlich Musik über Over-Ear-Kopfhörer. Und was soll ich sagen: Ich habe literweise Schweiß verloren. Und hatte riesigen Spaß.

Klein, aber knallhart

Die Mini-Trampolins sehen zwar harmlos aus, man sollte sie aber lieber nicht unterschätzen. Denn trotz ihrer Kleinheit taugen sie für erbarmungslose Ganzkörper-Workouts. Mal macht man nur ganz kleine Hüpfer, dann ausladendere Bewegungen oder das Trampolin wird zur Sprintbahn. Hanteln kommen ebenfalls zum Einsatz. Während der 50 Minuten wechselt mein Seitenstechen genauso fröhlich die Seite wie die Trainerin ihre Posen. Balance, Basic, Jogging ruft sie elanisiert in die Runde. Ab und zu fühle ich mich wie in einem gut gelaunten 80ies Aerobic-Video auf Kassette. 

Ich brauche ein paar Minuten, um mich auf der Sprungfläche wieder heimisch zu fühlen und muss immer wieder verschnaufen. Mittendrin bin ich aber so richtig im Flow, die korrekten Bewegungen gehen mir völlig natürlich übers Sprunggelenk und ich verwandle mich in einen kleinen Hundewelpen, der sorglos über eine Butterblumenwiese hopst. Aber nicht lange, denn spätestens der „Drunken Sailman” zwingt mich in die Knie. Wortwörtlich. Dabei verlagert man sein Gewicht auf das leicht gebeugte Standbein und arbeitet nur mit dem anderen Bein, das sich abwechselnd auf die Ferse oder die Zehenspitze stellen soll. Bis das Standbein allmählich an Standbeinigkeit verliert. Den letzten Rest geben mir die Kniebeugen, die mich auf der elastischen Unterlage nach meinem Schweinehund kreischen lassen. Passend dazu singt mir eine ernste Männerstimme „No one said it would be easy” ins Ohr. 

Rückenfreundlich, gelenkschonend, vorteilhaft für die Ausdauer und den Gleichgewichtssinn – all das wird Jumping Fitness nachgesagt. Für mich ist es vor allem ein neues Lieblingsworkout, das mein inneres Kind zum Strahlen bringt. Ich komme bald wieder vorbei, auf einen Sprung.

Autorin: Patricia Kornfeld
Bild: pexels | tiago alves

Patricia Kornfeld taucht als freie Journalistin in die Kulturlandschaft ein oder schreibt über Gesellschaft, Psyche und Feminismus. Ausgleich findet sie im Spinning, Reformer Pilates und indem sie neue Sportarten ausprobiert – ihre Neugier ist grenzenlos.

Zur Autorin, Patricia Kornfeld

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